Friday, 22 March 2013

Basiswissen: Konturen und Alphakurven


In diesem Tutorial zeige ich euch eine Technik für Fortgeschrittene, mit der man vorallem Texteffekte auf die nächste Entwicklungstufe bringen kann.

In Photoshop heißt diese Technik: Konturen und ist ein fester Bestandteil der 'Ebenenstile'.

Fast alles was in PS mit Ebenenstile/Konturen möglich ist, kann man in Gimp nachmachen und zwar manuell mit dem Kurven-Werkzeug.


Das 'layerfx' Skript von Jonathan Stipe, welches die PS Funktionen der Ebenenstile nachahmt, kann man hier runterladen - ich empfehle die Python Version weil es über eine Vorschaufunktion verfügt.

gimpscripts
registry.gimp.org

(Python Skripte in den Plug-In User-Ordner installieren !)

Besagtes Skript hat die Konturen als Menüpunkt unter 'Surface Contour' und 'Gloss Contour'.
Die Kurven sind aber alle definiert und können nicht verändert werden.

Layerfx ist ein tolles Skript, leider hat es auch ein paar Nachteile.
Die Stroke Funktion sieht scheiße aus (hässliche Treppchen-Kanten).
Es gibt ein paar „Bugs“:
machmal killt das Skript das Journal, bzw. die Rückgängig-Funktion, d.h. man sollte öfter mal auf 'Speichern' klicken, sonst ist alles futsch.

In der neuesten Version packt 'layerfx' automatisch Ebenen in einen Ordner, was aber seltsamerweise zur Folge hat, das die Modi nicht mehr richtig dargestellt werden.
Also einfach die Ebenen aus dem Ebenenordner ziehen und den Ordner löschen.


Das aber nur nebenbei, jetzt zum eigentlichen Tutorial !


Fangen wir mit einem einfachen Beispiel an.
Wir füllen eine elliptische Auswahl auf einer transparenten Ebene mit einer beliebigen Farbe.
Den deselektierten Kreis zeichnen wir weich – für dieses Beispiel habe ich einen hohen Wert von 50 gewählt.

Als nächstes rufen wir das Kurven-Werkzeug unter Farben auf.
Das Kurvenwerkzeug hat ein Menü namens 'Kanal', welches automatisch auf 'Wert' steht.
Bedient man den Knopf rechts, geht eine Dropdown-Liste auf. Ganz unten findet Ihr den Eintrag 'Alpha'.
Die gesamte Technik ist abhängig davon, das wir den Kanal auf Alpha stellen !


Der Alphakanal eines Bildes ist für die Transparenz zuständig. Das weiß jeder der schon einmal ein Bild freigestellt hat.

Wenn wir jetzt die Kurve des Alphakanals manipulieren, verändert sich das Verhältnis von Farbe zu Transparenz.

Ziehen wir die Kurve hoch zur linken oberen Ecke, dehnt sich der weichgezeichnete Bereich aus.


Umgekehrt verkleinert sich die Ausdehnung des weichgezeichneten Bereichs, wenn wir die Kurve nach rechts unten ziehen.



Eine praktische Anwendungsmöglichkeit dieser Technik liegt z.B. darin, wenn wir einen Hintergrund mit einem Farbverlauf machen wollen.

Erstelle auf einer transparenten Ebene einen Farbverlauf von 'Vordergrundfarbe nach Transparenz'.
'Anpassende Hochrechnung' sollte dabei aktiviert sein, damit wir einen hochwertigen Farbverlauf bekommen.


Wenn wir jetzt die Kurve des Kurven-Werkzeugs nach oben oder unten ziehen, wird die Ausdehnung der Transparenz größer oder kleiner.
D.h. wir können den Farbverlauf genau unseren Bedürfnissen anpassen.






Aber das ist erst der Anfang. 


Wir können den Alphakanal auch feiner justieren sodas wir Ringe und Stufen erhalten.


In Photoshop wurden diese Konturen zu 12 Formen zusammengefasst:


Linear [Linear] - die Kurve in diagonaler Normalposition
Cone [Kegel]
inverted Cone [invertierter Kegel]
Cove – shallow [Kehlung schwach]
Cove – deep [Kehlung tief]
Gaussian [Gaußsche Verteilung]
Half Round [Halbrund]
Ring [Ring]
Double Ring [Doppelring]
Rolling Slope descending [Hügelig absteigend]
Rounded Steps [gerundete Stufen]
Sawtooth [Sägezahn]

Zu jeder Kontur gibt es ein kleines Diagramm im PS Ebenenstile-Menü, und jedes stellt die Form der Kurve und den Querschnitt des fertigen Effekts dar, wie man hier sieht:



Die erste Verwendungsmöglichkeit für diese geformten Konturen sind natürlich Effekte wie z.B. einem Äußeren Leuchten eine ringförmige Form zu geben, ähnlich einer Aura.


Man kann aber noch einen Schritt weiter gehen und eine mit Konturen geformte Form auf einen Text „Bumpmappen“, so wie hier:
In layerfx heißt das 'Surface Contour' und sieht so aus:


Von Hand gemacht, füllt man den ausgewählten Basistext mit Weiß (auf einer transparenten Ebene), zeichnet mit 5 weich und wendet dann die Kontur an.
Diese Ebene verwendet man als Karte für den BumpMap Prozess auf der grauen Basistextebene.



Wenn wir die Hochlichter und Schatten der abgeschrägten Kanten aus dem Trägertext herauslösen, indem wir den 'Farbe zu Transparenz' Filter verwenden, können wir auch nochmal diese Elemente mit Kurven formen.

Um das möglichst einfach zu machen habe ich mir angewöhnt meinen Basistext immer mit einem Wert50 Grau (#808080) zu erstellen.


Mit 'layerfx' bekommt man automatisch seperate Hochlichter und Schattenebenen, deren Form von der sogenannten 'Gloss Contour' bestimmt werden.

Ein Beispiel für solch einen Texteffekt seht Ihr hier:


Da habe ich im layerfx-Skript die 'Surface Contour': 'Cone' gewählt und nachträglich Hochlichter und Schatten mit ringförmigen Freihand Konturen nachgeformt.
In Kombination mit dem Farbverlauf bekommt man dann diesen Hochglanzlackeffekt.


Abschließend eine Tabelle mit allen PS-Konturen, 

wie ich sie schon mal auf Gimpchat.com veröffentlicht habe. Daher auch in englisch aber die deutschen Übersetzungen habt ihr ja oben. Sollte sich eigentlich alles selbst erklären

Eine Anmerkung zu den Kurven:
Ihr braucht die Kurven nicht absolut akkurat nachzumachen - eine grobe Annäherung reicht meistens schon aus um, den gewünschten Effekt zu bekommen !

Es lohnt sich immer auszuprobieren, was passiert wenn man eine Kurve nach links, rechts, oben oder nach unten verschiebt. Oft gibt es eine goldene Mitte zwischen scharfer, verwaschener und Treppchenkontur.
Manchmal ist es auch günstig weitere Anker in die Kurve einzufügen, um das Ergebnis besser zu justieren.






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